Oliver Welke
"Befragen Sie Jörg Meuthen mal zur Rentenpolitik"
"Wir müssen im Umgang mit Populismus mehr aushalten", sagt Oliver Welke im journalist-Interview (Foto: ZDF/Tobias Schult)

Oliver Welke hält eine Auseinandersetzung mit dem Parteiprogramm der AfD für sinnvoller, als auf deren kalkulierte Tabubrüche einzusteigen. „Befragen Sie Jörg Meuthen mal zur Rentenpolitik“, sagt der Moderator der heute-show im journalist-Interview.  

heute-show-Moderator Oliver Welke hält es für „einen Riesenfehler“, die AfD nicht ins Vizepräsidium des Bundestags zu wählen. „Es regt mich auf, wenn man es denen in diesem Punkt so einfach macht, das Opfer zu geben“, sagt Welke im journalist-Interview. „Wir müssen im Umgang mit Populismus mehr aushalten.“

Oliver Welke, der mit seiner heute-show vor zehn Jahren im ZDF startete, spricht sich im journalist-Interview für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD aus. Statt jeden Tabubruch stumpf wiederzukäuen, sei es besser, „die AfD am Parteiprogramm zu packen, gern auch da, wo es ausnahmsweise mal nichts mit Rassismus oder Revisionismus zu tun hat. Befragen Sie Jörg Meuthen mal zur Rentenpolitik; da ist die vermeintliche Partei der Abgehängten rasch beim neoliberalen Flügel der FDP.“

Dem Vorwurf, dass Sendungen wie die heute-show Politikverdrossenheit noch verstärken, weil sie sich permanent über den Politik-Betrieb lustig machen, widerspricht Welke. Aber: „Was sich nicht bestreiten lässt: In der aktuellen Die-da-oben-wir-da-unten-Stimmung haben auch wir als Komiker eine größere Verantwortung als früher, immer sachlich korrekt zu arbeiten.“ 

Im Team der heute-show gebe es inzwischen drei Journalisten, „die außerhalb der Abteilung Lustig alle unsere Themen der Woche komplett durchrecherchieren, damit uns am Ende keine Fehler um die Ohren fliegen“, so Welke im journalist. „Von einer Nachrichtensendung unterscheiden wir uns nur darin, über Sachen, die eigentlich gar nicht lustig sind, auch noch Witze machen zu müssen.“

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Die Redaktion - 3.7.2019