Walterpeter Twer zieht sich im Sommer zurück

Zur Jahresmitte will sich Verleger Walterpeter Twer aus dem operativen Geschäft der Rhein-Zeitung zurückziehen. Auf den letzten Metern hat er der Redaktion noch einmal seine Macht demonstriert und wichtige Entscheidungen getroffen.

Verleger Walterpeter Twer will sich zur Jahresmitte aus dem operativen Geschäft der Rhein-Zeitung zurückziehen. Die Führung des Mittelrhein-Verlags will Twer dann an Thomas Regge übergeben, der im September des vergangenen Jahres von der Spitze des Bonner General-Anzeigers als zweiter Geschäftsführer nach Koblenz wechselte. Seine Verlagsanteile hat Twer bereits schrittweise an seinen Sohn Thorn übergeben; er selbst hält nur noch ein Prozent.

Vor seinem Rückzug hat der Verleger noch ein Sparprogramm auf den Weg gebracht, zu dem auch die Redaktion ihren Beitrag leisten soll. Nach journalist-Information kündigte er im vergangenen Dezember an, dass er in der Redaktion rund eine Million Euro einsparen wolle. Sein Augenmerk liege dabei auf den Bereich Digitales und der Mantelredaktion. Der Verleger und der neue Chefredakteur Peter Burger wollen aber offenbar an einem eigenständigen Mantelteil festhalten. Nur die Option, einzelne Seiten zuzukaufen, sei in der Prüfung, teilte Twer dem journalist mit.

Twer begründet das Sparprogramm mit dem Mindestlohn, durch den die Kosten des Mittelrhein-Verlags um rund acht Millionen Euro pro Jahr gestiegen seien. „Für Flächenzeitungen sind Zustellkosten von 45 bis 50 Prozent des Umsatzes nicht mehr tragbar“, heißt es in einer Stellungnahme von Twer gegenüber dem journalist. Behauptungen aus der Redaktion, das Blatt sei nach wie vor hochprofitabel, weist er zurück: „Die im Mittelrein-Verlag erscheinenden Zeitungen träumen von einer zweistelligen Rendite. Wir sind froh, dass wir alle notwendigen Investitionen in Maschinen usw. abgeschlossen haben.“

Wichtige Redakteure haben inzwischen das Blatt verlassen. Nach journalist-Information dürfte die Zahl der Redakteure und Volontäre in der Koblenzer Zentralredaktion bis zum Sommer um etwa ein Viertel auf gut 20 sinken, weil der Verlag freiwerdende Stellen nicht mehr besetzt.

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Die Redaktion - 29.3.2018