Ippen Digital
Stiller Onlineriese
Chefredakteure der Ippen-Digital-Zentrale in München: Markus Knall (l.) und Thomas Kaspar. (Foto: Markus Schlaf)

Die Ippen Digital GmbH hat Deutschlands reichweitenstärkstes Netzwerk regionaler Nachrichten-Websites aufgebaut. Finanzieren soll es sich allein durch Werbung.
 
Auf der Deutschland-Karte zieht sich das Netzwerk wie ein Streifen durch die Republik. Von Bayern über Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachen bis nach Schleswig-Holstein reicht der Verbund von Ippen Digital, dem regionale Nachrichten-Websites von Tageszeitungen, Anzeigenblättern und sogenannten 24-er Portalen angehören. Insgesamt sind es rund 50 innerhalb und außerhalb des Ippen-Imperiums. „Wir sind das größte Netzwerk regionaler Websites in Deutschland“, sagt Markus Knall, einer der beiden Chefredakteure der in München ansässigen Zentralredaktion von Ippen Digital. „Viele von ihnen wären allein zu klein, um wirtschaftlich tragfähig arbeiten zu können, jetzt agieren wir gemeinsam.“

Und es scheint sich zu lohnen. Laut IVW kamen die bislang an Ippen Digital angedockten Websites im Oktober auf mehr als 130 Millionen Visits – also weit mehr als die Regionalzeitungsgruppen DuMont, Funke und Madsack ausweisen. „Seit 2018 haben wir ein exponentielles Wachstum“, sagt Knall. Etwa 15 Prozent des Traffics sind nach seinen Angaben darauf zurückzuführen, dass sich die Partner gegenseitig beflügeln.

Alle Websites nutzen das auf Suchmaschinenoptimierung getrimmte Content-Management-System von Ippen Digital. „Recherchieren und Schreiben ist wichtig, aber nur ein Teil der Prozesskette im Journalismus“, sagt Knall. Wesentliche Aufgabe von Ippen Digital sei das redaktionelle Marketing. Und ein besonderes Gewicht liege dabei auf Reichweitensteigerung. Wenn es gut laufe, dann entstünden regelrechte „Reichweitenmonster“, wie Co-Chefredakteur Thomas Kaspar jene Artikel nennt, die innerhalb des Netzwerks mehr als eine Million Page Impressions erreichen. Allein im Oktober haben acht Artikel die Millionen-Hürde geschafft.

Hinter der Jagd nach Klicks steht die Erwartung, die hohe Reichweite auch vermarkten zu können. Denn Ippen Digital will sich allein über Werbung finanzieren. Genauer: über Programmatic Advertising. „Bei uns wachsen die Umsätze damit stärker als die Reichweite, und es ist kein Ende in Sicht“, erklärt Kaspar. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Werbeeinnahmen aller Portale auf der Ippen-Plattform um 178 Prozent gewachsen, während der Traffic nur um 59 Prozent gestiegen sei. Absolute Zahlen nennt Kaspar nicht. Nur so viel: 2017 hat Ippen Digital erstmals mit einem Artikel mehr als 50.000 Euro verdient. 2018 lagen schon neun Artikel über der 50.000-Euro-Marke.

Den ausführlichen Beitrag über die Strategie von Ippen Digital lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des Medienmagazins journalist. Neugierig? Dann hier entlang.

Die Redaktion - 10.12.2018