„Für Sky ein Riesenerfolg"

Auch die dritte Staffel von Babylon Berlin wird als Kooperation zwischen Sky und ARD produziert. (Foto: ARD Degeto Sky Frederic Batier)

Babylon Berlin war eines der TV-Highlights 2018. Die ARD hat dafür viel Lob bekommen, Auftraggeber der Serie war allerdings der Pay-TV-Sender Sky. Ein Problem? Das haben wir Sky-Programmchefin Elke Walthelm gefragt.

Interview von Jan Freitag

Elke Walthelm, Executive Vice President Content bei Sky Deutschland (Foto: Sky)

journalist: Mit Babylon Berlin hat Sky Fernsehen der Extraklasse produziert, die Lorbeeren aber, so scheint es, heimst eher die ARD ein. War die Serie dennoch ein Erfolg für Sky?
Elke Walthelm: Ganz klare Antwort: Sowohl für die ARD als auch für uns bei Sky ist Babylon Berlin ein Riesenerfolg! Wir konnten die Serie unseren Abonnenten bereits ein Jahr vor dem Free-TV-Start präsentieren und haben damit linear mehr als 2,3 Millionen unterschiedliche Zuseher erreicht. Hinzu kamen über eine Million, die die Abrufmöglichkeiten von Sky nutzten. Damit ist Babylon Berlin schon mit den ersten zwei Staffeln die zweitstärkste Serie auf einem Sky Sender überhaupt – nur die siebte Staffel von Game of Thrones war reichweitenstärker.

Wird es weitere Kooperationen geben?
Die Kooperation war für alle Seiten ein absoluter Gewinn. Durch solche Kooperationen ist es erst möglich, Content zu produzieren, der im internationalen Vergleich mithalten kann. Und wir setzen diese Kooperation fort. Die dritte Staffel von Babylon Berlin werden wir wieder gemeinschaftlich mit X Filme Creative Pool, ARD Degeto und Beta Film produzieren.

Zeugen solche Kooperationen davon, dass Plattformen und Fernsehsender auf längere Sicht koexistieren oder lösen erstere letztere irgendwann ab?
Plattformen und Sender verschmelzen immer mehr. Bestes Beispiel hierfür ist Sky – wir bieten unseren Kunden unsere Inhalte genau auf dem Weg an, den sie bevorzugen, sei es linear oder über Sky Go, On Demand und Sky Ticket. Viele Sender bieten mittlerweile auch umfangreiche Mediatheken an, und Plattformen werden zu Content-Produzenten. Das spricht alles sehr stark für ein Miteinander und einen zunehmenden Wettbewerb.

Was TV-Sender Plattformen voraushaben, ist vor allem der Apparat. Bleibt Sky eine Plattform oder geht die Entwicklung Richtung Vollprogramm mit voll ausgestatteten Redaktionen?
Wir sind bereits seit langem weit mehr als eine Plattform. Denken Sie allein an unsere Live-Sportübertragungen, die sich ja gerade durch ihre redaktionelle Kompetenz auszeichnen. Mit Sky Sport News HD haben wir zudem den einzigen 24/7-Sportnachrichtensender in Deutschland. Zudem bringen wir eine Vielzahl an eigenen Formaten und Shows auf den Bildschirm.

Zum Beispiel?
Auf Babylon Berlin folgen Das Boot, Der Pass und Acht Tage.

Die Redaktion - 6.12.2018