Nachrichten aus der Gruppe

News per Whatsapp. "Die Öffnungsraten liegen quasi bei 100 Prozent", sagt Lisa Stadler vom Standard. (Foto: journalist)

Whatsapp zählt inzwischen 1,5 Milliarden Nutzer. Und Experten gehen davon aus, dass die Nutzung von Messenger-Apps noch steigen wird. Auch Medien experimentieren mit Messenger-Formaten.

Immer mehr Menschen nutzen Whatsapp und andere geschlossene Chat-Gruppen, um Nachrichten zu finden, zu teilen und zu diskutieren. Auch Medien versuchen, in diese Sphäre vorzudringen, um ihre Leser dort zu erreichen.

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) startete beispielsweise einen Test mit einem Nachrichtenformat bei Whatsapp, das über den Verlauf einer Volksabstimmung informierte. "Obwohl wir für die Aktion keine Werbung machten, abonnierten innerhalb von drei Tagen rund 1.800 Personen das Angebot", sagt Konrad Weber, Projektleiter Digitale Strategie beim SRF. Allerdings blieb es bislang bei dieser Aktion. Aktuell nutze man Whatsapp vor allem als Feedback-Kanal: Radiohörer können sich zum Beispiel so an die Redaktionen wenden.

Auch in Deutschland haben Medienhäuser erste Erfahrungen gesammelt. Zu ihnen gehört die Heilbronner Stimme, die in einer Whatsapp-Story veranschaulichte, wie die Bombardierung von Heilbronn am 4. Dezember 1944 abgelaufen ist. Bei der Süddeutschen Zeitung wird Whatsapp vor allem als zusätzlicher Verbreitungsweg eingesetzt. Meistgenutzter Whatsapp-Kanal sei dabei der "Espresso", sagt Iris Mayer, stellvertretende Chefredakteurin von SZ.de. "Daneben bespielen wir Whatsapp für enger definierte Zielgruppen über die Kanäle München mit Themen des Tages aus der Stadt, unserem jungen Angebot jetzt.de, das Rezept und Plan W für Frauen in der Wirtschaft."

Der österreichische Standard setzt Whatsapp ebenfalls als Verbreitungskanal ein. Seit 2014 verschickt die Zeitung regelmäßig einen Whatsapp-Newsletter mit Links zu den Berichten auf derStandard.de oder derStandard.at. Zusätzlich können sich Nutzer zu ausgewählten Themen informieren lassen. "Wir erreichen derzeit 37.000 Userinnen und User“, sagt Lisa Stadler, Head of Audience & Traffic Management beim Standard. "Die Öffnungsraten liegen quasi bei 100 Prozent."

In der September-Ausgabe berichtet journalist-Autorin Sonja Peteranderl ausführlich, auf welche Weise Redaktionen mit Messenger-Apps experimentieren. Neugierig auf den kompletten Beitrag? Dann hier entlang.

Die Redaktion - 14.9.2018