"Wir brauchen keine Leute, die sich für was Besseres halten"
Die Buzzfeed-Macher Daniel Drepper (r.) und Sebastian Fiebrig (Foto: Jan Zappner)

Seit Daniel Drepper im April zum Chefredakteur von Buzzfeed Deutschland ernannt wurde, kümmert sich das Spaßportal auch um Recherche-intensive Geschichten. Buzzfeed soll weiter wachsen.

Daniel Drepper baut bei Buzzfeed Deutschland eine News-Einheit auf. „Unsere Recherchen sollen eine Debatte anstoßen oder ihr etwas Neues hinzufügen“, sagt Drepper im Interview mit dem Medienmagazin journalist. „Uns ist es wichtig, dass wir Geschichten aus unserem eigenen Blickwinkel erzählen und nicht das nachmachen, was schon erschienen ist oder schon drei Mal so ähnlich gesagt wurde.“

Drepper, seit April Chefredakteur von Buzzfeed Deutschland, ist überzeugt, dass er mit solchen Geschichten auch Reichweite erzielen kann. „Ich glaube, kaum ein anderes Unternehmen im Journalismus weiß so gut wie wir, wie man Menschen im Netz erreicht.“ Buzzfeed News könne viel von den Entertainment-Kollegen lernen. „Geschichten in den sozialen Netzwerken funktionieren unabhängig von der Marke“, sagt Drepper, der vor seinem Wechsel zu Buzzfeed das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv mit aufbaute. „Das heißt, die Leute klicken nicht irgendwas an, bloß weil Buzzfeed draufsteht. Für uns bedeutet das, dass wir jede Geschichte so spannend anteasern müssen, dass sie geklickt wird.“

Was das im Fall von Politikerinterviews bedeutet, erläutert Entertainment-Chef Sebastian Fiebrig in dem journalist-Interview: „Wenn wir wollen, dass unsere User ein 30-minütiges Video mit einem Spitzenpolitiker gucken, während das ganze Netz vor lustiger Ablenkungen nur so wimmelt, dann müssen wir es eben schaffen, selbst ein Politikerinterview unterhaltsam rüberzubringen.“

Buzzfeed Deutschland will sowohl im Entertainment als auch im News-Bereich weiter wachsen. Deshalb sei es wichtig, flexibel zu bleiben und schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren – sowohl mit Blick auf die Themen als auch das Team. „Wir brauchen Kollegen, die bereit sind, sich dauernd mit uns zu verändern“, sagt Drepper. „Was wir überhaupt nicht gebrauchen können, sind Leute, die sich für was Besseres halten.“

Die Redaktion - 5.10.2017