Wie ist die wirtschaftliche Lage von Journalisten in Deutschland?

Entwicklung der Tariflöhne bei Zeitungen ...
... seit dem Jahr 2000.

Der journalist hat eine Bestandsaufnahme zur wirtschaftlichen Lage der Journalisten in Deutschland recherchiert: Die Zahl hauptberuflicher Journalisten sinkt, die Gehälter steigen nur langsam, die Arbeitslosigkeit geht zurück, bleibt aber überdurchschnittlich hoch, und prekäre Arbeitsverhältnisse sind keine Ausnahmeerscheinung.

Die Zahl der hauptberuflichen Journalisten sinkt, die Tarifgehälter der Redakteure bleiben hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück, die Arbeitslosenquote ist überdurchschnittlich hoch und prekäre Arbeitsverhältnisse sind keine Ausnahme. So lässt sich die wirtschaftliche und soziale Lage der Journalisten in Deutschland zusammenfassen, über die der journalist mit Zahlen und Fakten in seiner Mai-Ausgabe berichtet.

Der journalist beruft sich bei seiner Darstellung unter anderem auf die aktuelle Untersuchung eines Wissenschaftlerteams der Universität München (Nina Steindl, Corinna Lauerer und Thomas Hanitzsch). Demnach gibt es hierzulande derzeit 41.250 hauptberufliche Journalisten, davon 9.600 Freiberufler. Auffällig ist dabei, dass im Vergleich zu früheren Studien vor allem die Zahl der hauptberuflichen Freien gesunken ist, ein knappes Drittel inzwischen einer bezahlten Nebentätigkeit außerhalb des Journalismus nachgeht und der Anteil der Geringverdiener hoch ist: Immerhin 27,9 Prozent verdienen weniger als 1.800 Euro im Monat.

Insgesamt sind die Einkommen der Journalisten in den vergangenen Jahren nur leicht angestiegen. Bei den Tarifgehältern sind dabei große Diskrepanzen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung festzustellen. Aus einer Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) des Deutschen Gewerkschaftsbunds geht hervor, dass etwa die Gehaltserhöhungen der Zeitungsredakteure seit 2002 kontinuierlich geringer waren als die allgemeinen Lohnsteigerungen.

Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zu anderen akademischen Berufen überdurchschnittlich hoch. Die Bundesagentur für Arbeit weist in ihrem aktuellen Bericht für „Erwerbstätige mit einem Studium der Publizistik oder Journalistik“ eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent aus.

Thomas Schnedler, der gerade mit dem Thema „Prekäre Arbeit im Journalismus“ an der Universität Hamburg promoviert und etliche qualitative Interviews mit Journalisten geführt hat, sieht für die Branche eine Tendenz zur Prekarisierung. In seiner Studie kommt er zu dem Ergebnis, dass prekäre Arbeit von Journalisten kein „Nischenproblem am Rand der Profession“ ist, sondern den „Kern des Journalismus“ betrifft.

In der Mai-Ausgabe beleuchtet der journalist ausführlich die wirtschaftliche Lage von Journalisten in Deutschland. Neugierig? Dann hier entlang.

Die Redaktion - 7.5.2018