Ohne Häkchen kein Geld

Onlinetexte: Viele Autoren rufen das ihnen zustehende Geld nicht ab. Foto: journalist

Rund 10.000 Autoren nehmen an dem Meldeverfahren der VG Wort für Onlinetexte teil. Der Topf für die jährliche Ausschüttung ist gut gefüllt. Doch viele Autoren rufen die ihnen zustehende Tantieme nicht ab.

von Monika Lungmus

Metis lohnt sich. Rund 10.000 Urheber nehmen inzwischen am Meldesystem für Texte auf Internetseiten (Metis) teil, das die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) vor mehr als zehn Jahren eingeführt hat. Die Autoren müssen dazu keinen großen Aufwand betreiben. Wichtig ist erst mal nur, dass sie einen Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort schließen und beim Meldeportal TOM registriert sind. Onlinetexte, die mindestens 1.800 Zeichen aufweisen, die nötigen Zugriffszahlen erreichen und der VG Wort gemeldet werden, werden dann bei den jährlichen Ausschüttungen berücksichtigt.

Nicht nur die Zahl der Metis-Teilnehmer ist kontinuierlich gestiegen. Zuwachs verzeichnet die VG Wort auch bei den Onlinemeldungen. Nach Angaben von Rainer Just, einem der beiden geschäftsführenden Vorstände, stieg die Zahl der Meldungen zuletzt um etwa 15 Prozent. „Das spricht dafür, dass sowohl das Angebot als auch die Nachfrage im Onlinebereich zunimmt“, so Just. Was sich natürlich auch auf die Einnahmen auswirkt. Derzeit liegen für die reguläre Ausschüttung 30 bis 35 Millionen Euro im Topf. „Ein Problem ist aber“, so Just, „dass viele Autoren das ihnen zustehende Geld nicht abrufen.“ Immerhin handelt es sich um einen höheren siebenstelligen Betrag aus diesem Ausschüttungstopf.

Dabei ist Sache mit Metis ziemlich einfach. Bei der regulären Ausschüttung, die stets Ende September erfolgt, werden alle Onlinetexte berücksichtigt, die bis 1. Juni gemeldet wurden und mindestens 1.500 Zugriffe pro Jahr aufweisen. Den Einbau der von der VG Wort vergebenen Zählmarken übernehmen in der Regel die Verlage. „Das läuft heute meist automatisch über deren Content-Management-Systeme“, erklärt der VG-Wort- Vorstand. Ein Autor brauche somit nichts weiter zu tun, wenn der Verlag seinen Namen und auch seine VG-Wort- Karteinummer meldet. „In diesem Fall läuft es problemlos. Denn die Autoren werden ja per Mail von uns über die Meldung ihres Onlinetextes informiert und müssen diese dann nur im Meldeportal bestätigen.“

Probleme gibt es aber, wenn die Verlage die Karteinummer des Urhebers nicht kennen oder angeben. Denn dann muss der Autor einmal im Jahr selbst tätig werden. Er muss sich in diesem Fall ins Meldeportal TOM einloggen, sich eine Auflistung der vom Verlag gemeldeten Onlinetexte anzeigen lassen und dann diese Meldungen im Zeitraum vom 1. bis 30. Juni bestätigen, indem er hinter die Texte ein Häkchen setzt. „Aber genau das vergessen viele Autoren“, sagt Rainer Just. So verschenken sie bares Geld. Jedenfalls dann, wenn sie auch die Nachmeldemöglichkeit nicht nutzen. Wer es in diesem Jahr versäumt hat, sein Häkchen zu setzen, kann das nämlich nächstes Jahr und auch im Folgejahr nachholen und damit doch noch an der Ausschüttung teilnehmen.

Autoren, deren Verlage nicht bei Metis mitmachen, gehen übrigens nicht leer aus. Sie können an der jährlichen Sonderausschüttung teilnehmen, wenn sie ihre Onlinetexte selbst melden. Meldefrist ist hier jeweils der 31. Januar. Der Topf für die Sonderausschüttung ist jedoch deutlich kleiner. Nachdem die Quote im Jahr 2017 um 30 Prozent angehoben wurde, konnten in diesem Jahr „gut über eine Million Euro“ verteilt werden.

Detaillierte Infos zum Thema gibt es hier.

Die Redaktion - 29.11.2018