„Ignorieren war keine Alternative“

Maybrit Illner wird auch weiterhin AfD-Politiker in ihre Sendung einladen. Foto: Christian Schoppe

Maybrit Illner wehrt sich im journalist-Interview gegen den Vorwurf, die Medien seien mitverantwortlich am Erstarken der AfD. Je „nach Themenlage und Aktualität“ werde ihre Redaktion auch weiterhin AfD-Politiker in die Sendung einladen.

Die ZDF-Moderatorin Maybrit Illner wehrt sich gegen Vorwürfe, die Medien seien für das Erstarken der AfD verantwortlich. „Die AfD und ihre Vertreter mussten ab 2016, in Zeiten von Pegida, Köln, zweistelligen Wahlergebnissen im März und brennenden Flüchtlingsheimen kritisch befragt werden“, so Illner im Interview mit dem journalist. „Ignorieren war keine Alternative. Aber zwischen ‚ignorieren‘ und ‚hofieren‘ liegen ein paar journalistische Möglichkeiten.“

Den Eindruck, Talkshows hätten der AfD zu häufig eine Plattform geboten, kontert Maybrit Illner im journalist-Interview mit Zahlen: „Von Januar 2016 bis zur Bundestagswahl waren von 400 Gästen unserer Sendung elf von der AfD. Das sind weniger als drei Prozent.“  

Auch in Zukunft wird Illner AfD-Vertreter in ihre Talksendung einladen. „Ob, wann und wen – darüber entscheidet die Redaktion je nach Themenlage und Aktualität“, so die ZDF-Moderatorin gegenüber dem journalist und kündigt jedoch an: „Wer nur noch Hetze betreibt oder zur Gewalt aufruft, wird nicht Gast unserer Sendung sein.“

Das komplette Interview mit Maybrit Illner lesen Sie in der November-Ausgabe des journalists. Das Interview ist Teil der journalist-Titelgeschichte „Das AfD-Dilemma – haben wir die AfD groß gemacht?“, die sie hier in voller Länge lesen können.

Die Redaktion - 3.11.2017