Neue Serie
Wie machen wir den Journalismus besser?
Neue journalist-Serie: Carline Mohr, Florian Harms, Daniel Drepper, Hannah Suppa und Georg Mascolo haben über ihren Blick auf die Branche geschrieben. (Illustration: journalist)

Im Januar startet der journalist eine neue Serie, in der wir die klugen Köpfe der Branche fragen, wie wir den Journalismus besser machen können. In unserem großen Jahresauftakt-Heft nehmen Carline Mohr, Hannah Suppa, Georg Mascolo, Daniel Drepper und Florian Harms Stellung. journalist-Chefredakteur Matthias Daniel erklärt die Idee Serie.

Als wir Anfang Oktober mit Georg Mascolo sprachen, dem Leiter des WDR/NDR/SZ-Rechercheverbunds und ehemaligen Spiegel-Chefredakteur, hatte er für seinen Beitrag direkt ein Thema im Kopf: Selbstkritik und Fehlerkultur. Mascolo sagte: Wir haben so einen hervorragenden Journalismus und so einen schlechten Umgang mit unseren Fehlern. „Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen.“ Drei Monate später steht unsere Branche auf dem Kopf und der Spiegel im Fadenkreuz der Kritik um den Fälscher Claas Relotius. „Waren wir blind, waren wir, war ich zu begeistert von allzu perfekten Texten? Jeder muss seine Verantwortung in der Causa Relotius tragen“, schreibt Georg Mascolo jetzt in seinem Beitrag zu unserer Serie.

Carline Mohr arbeitet seit einem Jahr nicht mehr im Journalismus, sondern in einer Agentur. Sie schreibt über fast aus der Zeit gefallene Begriffe. Ziele, Werte, Visionen. Ernsthaft: Visionen? Ja. Wir brauchen einen Plan, um die Demokratie zu verteidigen, sagt Mohr. „Wer Visionen hat, sollte Journalismus machen!“

Daniel Drepper gelingt es bei BuzzFeed Deutschland, mit einem kleinen Newsteam große Themen zu setzen. Kaum eine Redaktion in Deutschland dürfte so konsequent betreiben, was Drepper postuliert: Konzentriert euch auf das Wesentliche. „Wir haben keine Agenturen abonniert. Wir gehen auf keine Pressekonferenzen. Wir machen fast keine Meinungsstücke. Und wenn jemand anders eine Story aus unseren Schwerpunkten stark recherchiert hat und wir glauben, wir können sie nicht besser machen, dann lassen wir es bleiben.“ 

journalist-Chefredakteur Matthias Daniel (Foto: M. Michael)

Hannah Suppa leitet seit eineinhalb Jahren die Märkische Allgemeine Zeitung in Potsdam. Sie stellt sieben Thesen auf, wie Lokaljournalismus besser werden kann – und schreibt: „Nicht das Digitale ist schuld an der Erosion des Geschäftsmodells. Im Gegenteil: Es serviert uns die Lösung auf dem Silbertablett. Digitales Denken führt uns im Journalismus näher zum Leser zurück – und gibt uns die Chance, mit ihm noch einmal neu zu starten.“

Florian Harms macht aus dem Reichweitenriesen t-online.de gerade einen relevanten, ernstzunehmenden journalistischen Player. Harms, davor Chefredakteur von Spiegel Online, bekennt sich als Fan des Deutschlandfunks und sagt: „Man könnte Wetten darauf abschließen, wie häufig deutsche Medien mit den Schlagworten Industrie 4.0, automatisiertes Fahren, Robotik um sich werfen – und wie selten sie zugleich erklären, was genau sie eigentlich damit meinen.“

Hier finden Sie die Beiträge von Daniel Drepper, Carline Mohr, Georg Mascolo und Hannah Suppa. Der Text von Florian Harms ist vorerst unseren Print-Abonnenten vorbehalten.

Künftig bitten wir jeden Monat einen Experten, uns seine Sicht auf den Journalismus zu schildern. Wenn Sie Vorschläge haben, wen wir fragen sollen, schreiben Sie mir! Wollen Sie den journalist kennen lernen? Wir schicken Ihnen gerne ein kostenloses Probeheft.

Bislang erschienen:

Teil 1: Daniel Drepper, Chefredakteur von BuzzFeed Deutschland
Teil 2: Carline Mohr, Social-Media-Expertin
Teil 3: Georg Mascolo, Leiter des WDR/NDR/SZ-Rechercheverbunds
Teil 4: Hannah Suppa, Chefredakteurin Märkische Allgemeine
Teil 5: Florian Harms, Chefredakteur von t-online.de

Die Redaktion - 22.1.2019